Im März 2010 ist im Riwei-Verlag der neue Gedichtband von Manfred Mohr erschienen
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Tropfen
Das Leben gleicht Wasser auf Erden
ein Tropfen bin ich und allein
um einst wieder Eines zu werden
verschmolzen im Meere des Sein.
Wie Regen so fall ich hernieden
zu Anfang ganz blind und auch stumm
vereinzelt fühl ich mich geschieden
von Tropfen, die um mich herum.
Nach außen zeig ich erst das Andre
weil Du doch so anders auch bist
je mehr ich das Leben durchwandre
erkenn ich im Du, was es ist.
Das Du kommt und spiegelt mich wieder
in allen Facetten des Sein
es reißt meine Vorstellung nieder
bringt Klarheit hinter falschen Schein.
Und hab ich Gewissheit gefunden
dass Du meinem Innren ganz gleicht
hab Ablehnung ich überwunden
ist Stille und Frieden erreicht.
Dann sieht sich ein Tropfen und leuchtet
erkennt sich im anderen ganz
verschmilzt und durchdringt und befeuchtet
den Anderen liebend im Tanz.
Und aus diesem Tropfen da wachsen
erst Pfützen, dann Bäche und Seen
sie gleichen den laichenden Lachsen
die heimwärts zum Ursprung nun geh’n.
Um sich einst im Meer zu ergießen
ein Körper von Tropfen vereint
die einträchtig heilig nun fließen
in Einheit zum Licht, dass nun scheint.
Bin ich alle Tropfen gewesen
dann sind alle Tropfen auch ich
Mensch kann nur als Ganzes genesen
im lieben von Dir lieb ich mich.
Manfred Mohr 10.09.2009
  
Liebeslied der Liebe
Ich segne Dich, Du Liebe
voll tiefster Dankbarkeit
umrankt voll zarter Triebe
schenkst du mir Trost zu Zeit.
Will ich zum Kampf mich stellen
hebst du ein Lächeln an
und schickst mir milde Wellen
dass ich mich finden kann.
Ein jedes Du wird Spiegel
dass bald mein ich zerreibt
mein Liebespfand, sei Siegel
dem sich mein Herz verschreibt.
Denn jeder Mensch im außen
zeigt nur mein innres Bild
Du Liebe, wirkst, heilst draußen
und drinnen sanft und mild.
Du öffnest still die Türen
schenkst Augen, wo ich blind
komm, lass mein Herz mich führen
dass ich zum Himmel find.
So sei mein Sinn, mein Flügel
mein Weg, mein Lebensplan
und nimm mein ich am Zügel
dass ich mich werden kann.
Dank, Liebe, dass du schreitest
Dank, Liebe, dass du bist
und Deinen Duft verbreitest
der Teil von allem ist.
Dank, Liebe, dass ich bete
und dass ich wachsend bin
dass ich dich stets vertrete
lenk mich zum Einen hin.
So schenk mein Licht der Erde
lass Frieden in uns ein
dass ich Dich schließlich werde
und jeder Mensch im Sein.
2.10.08 Manfred Mohr
  
Liebeslicht
Auf der Lichtung steht ein Licht
so voll und hell und klar
Ich schaue ihm ins Angesicht
und staune wunderbar.
Dies helle Leuchten dringt mir ein
und macht das Herz mir froh
Ich möchte immer nur hier sein
und niemehr anderswo.
Das Licht springt mir ins Herze nun
und füllt mich gänzlich aus
Es gibt jetzt gar nichts mehr zu tun
mich atmets ein und aus.
Und in dem Fliessen ein und aus
ruht bald mein Denken still
Das Licht bringt mich zu mir nach Haus
's bleibt nichts mehr, dass ich will.
3.6.08 Manfred Mohr
  
Schnee
Frau Holle öffnet ihr Tor
bald fällt hernieder die Pracht
die Blicke schweifen empor
was hat solch Schönheit gemacht?
Friedlich ist alles und still
einzig nur Farben in weiss
Gegensatz schweigt, wenn es will
tief ist die Weite und leis.
Alles ist gleich, klar und rein
Licht bricht sich sacht in Kristall
so muss im Himmel es sein
Sanftmut und Glanz überall.
Reigenhaft tanzt nun der Schnee
füllt alles auf, tief und hoch
macht alles gleich, selbst der See
wird weisse Steppe dann noch.
Schnee, Du bist Glück in Gestalt
eifrig beschau’ ich Dein Tun
ziehst mich hinaus, wenn es kalt
lockst mich, in Dir auszuruh’n.
Seelig betracht’ ich Dein Korn
Du säst den Frieden in mir
Kreislauf beginnst Du von vorn
bringst mich ins Jetzt und ins Hier.
So blüht Dein sechsglied’ger Stern
in meinem Herz und gebiert
Kinder des Lichts nah und fern
in Gottes Welt, wenn es friert.
24.11.08 Manfred Mohr
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